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Dies sagte der Leiter des Ballettensembles des Prager Nationaltheaters, Petr Zuska, als er den schlanken grauhaarigen Mann vor kurzem den Journalisten vorstellte. Sein Name ist auch für die Prager Ballettliebhaber seit Jahren ein Begriff, bislang hatten sie jedoch nicht die Möglichkeit, ihn bei der Theaterarbeit in Prag live zu erleben.
Der schwedische Choreograf und Regisseur Mats Ek fasziniert vor allem mit seinen ungewöhnlichen Inszenierungen der traditionellen Ballette – wie Giselle oder Schwanensee. Er bringt nicht nur immer eine neue Deutung des klassischen Themas, sondern beeindruckt das Publikum auch mit ungewöhnlichen Bewegungskreationen.
Das Ballettensemble des Nationaltheaters studierte Eks berühmte Version von Carmen ein, die 1992 vom Cullberg Ballett in Stockholm uraufgeführt wurde. Mats Ek nutzte für seine Carmen Rodion Schtschedrins Bearbeitung von Bizets bekannter Oper:
„Carmen ist wahrscheinlich die am häufigsten aufgeführte Oper der Welt. Es ist eine Geschichte, zu der jeder Theaterbesucher eine Beziehung hat. Für mich und meine Mitarbeiter war bei Carmen weniger wichtig, was geschieht, sondern vor allem, wie die Dinge passieren. Wir gingen zu den Wurzeln der Geschichte zurück, die Prosper Mérimée in seiner Novelle schildert. Ich habe mir vorgestellt, wie sich bei José in den letzten Momenten vor seiner Hinrichtung eine Art Flashback abspielt. Es ist keine genaue Erinnerung oder Nacherzählung, die Bilder wechseln sich ab. Davon ging ich bei meiner Arbeit aus.“
Mats Ek führt die Protagonisten bis an die Grenze der Bewegungskarikatur. Carmen ist fast männlich aggressiv, sie raucht eine Zigarre und handelt sehr direkt. Don José wirkt neben ihr wie ein Junge, den sie in Verlegenheit bringt. Escamilio ist ein eindeutiger Herzensbrecher. In Eks Choreografie erinnern die Tänzer an Marionetten, die von Trieben beherrscht sind.
Mit Eks Carmen wurde das Repertoire des Ballettensembles um ein bedeutendes Werk des Gegenwartstanzes erweitert. Der Prager Ballettchef Zuska hofft auf eine weitere Zusammenarbeit mit dem namhaften Choreografen. Und auch Mats Ek ist gern nach Jahren in die tschechische Hauptstadt zurückgekehrt:
„Ich habe die Stadt in Erinnerung, als ich hier vor Jahren als Junge zu Besuch war. Prag bedeutet mir auch aus dem Grund viel, weil ich ein Freund des Choreografen Jiřà Kylián bin. Ich bin sehr glücklich über die jetzige Zusammenarbeit, denn ich habe wirklich eine gute Beziehung zu Prag.“
Eine Art abstrakter Ouvertüre für Eks Carmen bildet im komponierten Tanzabend die neue Choreografie mit dem Titel „Santa Says Cut It!“. Die Choreografen Johan Greben und Uri Ivgi haben das Stück im Prager Nationaltheater inszeniert.
(radio-Prag)
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