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07.07.2008 - "Wir sollten chinesische Investitionen begrüßen"

  Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:   Wolfgang Runge Wolfgang Runge: Der Rückgang der europäischen Investitionen hat viele Ursachen.

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Und eine wesentliche Ursache ist, dass es immer noch Restriktionen für die europäischen Investoren gibt. Wobei viele Investoren den Eindruck haben, dass China  mit seinen Verpflichtungen China erhöht Benzinpreise ...
Festnahmen nach Anschlägen in Tibet ...
Spendeaktionen für Birma: Humanitäre Hilfe aus Tschechien wartet auf Grenzöffnung ...
China startet in Tibet 'Erziehungskampagne' ...
gegenüber der Welthandelorganisation im Verzug ist.  Da sind vor allem die Restriktionen bei bestimmten Sektoren, wo es  immer noch Obergrenzen gibt für ausländische Beteiligungen - zum Beispiel  im Bankensektor,  der Telekommunikation und  im Automobilsektor. Dies ist ein schwieriges Problem. Es ist Gegenstand von Verhandlungen zwischen der Europäischen Union und China. Und es ist zu hoffen, dass für dieses Problem  Lösungen gefunden werden.
 
 
Ich bin überzeugt, dass es zu einer Win-Win-Situation werden muss, weil in der Weltwirtschaft auf Dauer nur Win-Win-Situationen Bestand haben. Wichtig ist, dass China europäischen Exporteuren ermöglicht, mehr nach China zu exportieren und die Restriktionen in diesem Bereich abbaut. Hilfreich wäre auch, wenn in diesem Zusammenhang China den Renminbi stärker aufwerten  und auf diese Weise den Exportdruck aus China vermindern würde. Ich möchte betonen, es geht nur darum, Wege zu finden, die Defizite in der Außenhandelsbilanz zwischen der EU und China langfristig abzubauen. Ich bin sicher, dass dazu Möglichkeit besteht, wenn beide Seiten ernsthaft daran arbeiten.
 
 
Es wird in den Medien sehr viel darüber diskutiert und spekuliert. Ich plädiere für eine Diskussion mit Augenmaß und Vernunft. Es gibt nach meiner Kenntnis bis heute keinen  Fall, in dem China eine so genannte feindliche Übernahme vorgenommen hätte. Wir sollten chinesische Investitionen in Europa willkommen heißen. Es hat  früher ähnliche Diskussionen gegeben, als Gesellschaften aus den USA Anteile an europäischen Aktiengesellschaften übernamen.
Ich würde keine Katastrophe darin sehen, wenn chinesische Investoren Beteiligungen erwerben. Wer eine Weltwirtschaft will, der muss Investitionen in beiden Richtungen wünschen und fördern. Ich kann nur davor warnen, mit dem Argument des Schutzes nationaler Interessen Protektionismus zu  betreiben. Wenn es sich um normale Bereiche der zivilen Produktion handelt, sehe ich nicht, dass eine chinesische Beteiligung dort ein Risiko sein würde.
 
 
Die Medien sollen wahrheitsgemäß berichten. Das ist ihre Aufgabe. Und sie sollen berichten, was sich in Tibet zugetragen hat. Ich weiß, dass es einzelne  Berichte gegeben hat, die falsch waren. Das ist bedauerlich. Aber man sollte solche Fehler nicht dramatisieren. Vor allem sollte die chinesische Seite nicht den Fehler begehen, die Medien in Europa für die Proteste beim Fackellauf oder für die Situation in Tibet verantwortlich zu machen. Man muss einfach sehen, dass Tibet in Deutschland beliebt ist, dass der Dalai Lama einen hohen Popularitätsgrad hat. Das ändert nichts an der Bewunderung für die Leistungen der Chinesen bei der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Landes. Man muss einfach beides sehen und anerkennen.
 
 
Die Entscheidung [der Bundeskanzlerin] war richtig. Daraus kann keine Abweichung von der Ein-China-Politik abgeleitet werden.  Die Bundesregierung hat dies in den vergangenen Monaten wiederholt klargestellt. Es ist auch sehr zu begrüßen, dass die chinesische Regierung die Gespräche mit Vertretern des Dalai Lama inzwischen selbst wieder aufgenommen hat. Was die außenpolitische Debatte in Deutschland angeht, so ist es richtig, dass es eine solche Debatte gibt. Außenpolitik muss  immer von einem nationalen Konsens getragen sein. Dies gilt auch für die deutsche und europäische Politik gegenüber China. Es mag da die eine oder andere Stimme  geben, aber die große Linie ist  einheitlich. Ich sehe keinen substanziellen Unterschied zwischen den Positionen, die von Mitgliedern der Bundesregierung gegenüber China vertreten werden.
 
 
 


(Deutsche Welle)


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