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Prague news

25.08.2004 - Olympische Spiele: Ein Tscheche ist der "König der Athleten"

Das zweite olympische Wochenende war gerade erst beendet, da wurden einige tschechische Medien schon leicht nervös.

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"Wie vor vier Jahren in Sydney haben wir zum jetzigen Zeitpunkt erneut sechs Medaillen, aber leider noch keine einzige goldene! Da war jedoch "das heißeste Eisen Tschechiens im Medaillenfeuer" noch nicht geschmiedet, was sich schnell ändern sollte. Denn im Zehnkampf der Männer, der "Königsdisziplin der Leichtathletik", wurde Weltrekordhalter Roman Sebrle seiner Favoritenrolle gerecht und gewann die Goldmedaille. Lothar Martin stellt den tschechischen Olympiasieger vor.

Vor vier Jahren in Sydney war Roman Sebrle erstmals aus dem Schatten seines Landsmanns Tomás Dvorák getreten und hatte sich hinter dem Esten Erkki Nool gleich die Silbermedaille geholt. Moralisch schon die goldene, denn nach genauerer Analyse des Zehnkampfes von Sydney war festgestellt worden, dass Nool im Diskuswerfen auch im dritten Versuch übertreten hatte und somit in der siebten Disziplin hätte ohne Punkte bleiben müssen. Aber Sebrle hat nicht großartig protestiert, sondern die darauf folgenden vier Jahre genutzt, um sein eigenes Potenzial zu verbessern und zu stabilisieren. Mit dem Fabelweltrekord von 9026 Punkten, aufgestellt vor drei Jahren im österreichischen Götzis, hat er sich bereits ein "Denkmal" gesetzt, denn Sebrle war und ist der bisher einzige Athlet, der die 9000-Punkte-Marke überwunden hat. Als großer Favorit ist er nun am Montag zum olympischen Zehnkampf 2004 angetreten. Er wurde der Favoritenrolle gerecht, auch wenn er in der zweitägigen Hitzeschlacht von Athen alles geben musste. Umso erfreuter war seine erste Reaktion, als sein Olympiasieg nach dem Überqueren der 1500-m-Ziellinie feststand und er nach seinen Gefühlen befragt wurde:

"Herrlich, herrlich, das ist einfach herrlich!"

Vom soeben beendeten Lauf noch gezeichnet, antwortete Sebrle auf die Frage, ob jemals ein Zehnkampf schwerer für ihn war als der von Athen:

"Wahrscheinlich nicht, denn dieser war sehr schwer. Zu einem wegen der Hitze und zum zweiten wegen des großen Teilnehmerfeldes. Es waren 40 Athleten am Start, so dass sich der Wettkampf über beide Tage unheimlich in die Länge zog. Und dann waren da noch einige Athleten, die besonders gut in Form waren, wie der Amerikaner Clay und der Kasache Karpow. Daher musste ich zeigen, dass ich noch besser bin. Also, es war ein wirklich harter Kampf."

Karpow war phänomenal in den olympischen Zehnkampf gestartet, hatte nach dem ersten Tag und somit nach fünf von zehn absolvierten Disziplinen bereits 95 Punkte Vorsprung auf Sebrle. Wann habe er denn überhaupt daran geglaubt, dass er Karpow schlagen und den Olympiasieg holen könne?

"Also, ich wusste, dass ich gut in Form bin, und das wollte ich auch allen zeigen. Aber so richtig an den Sieg geglaubt habe ich erst, als ich im Stabhochsprung die fünf Meter geschafft habe, Clay jedoch nicht und Karpow sogar nur 4,60 Meter hoch gesprungen war. Noch fester an meinen Sieg geglaubt habe ich nach dem Speerwerfen. Doch ein Zehnkampf hat halt zehn Disziplinen, also habe ich wirklich erst noch auf den abschließenden 1500-m-Lauf gewartet. Eine Runde vor dem Ziel wusste ich aber schon, dass es reichen wird."

Gereicht hat es für Roman Sebrle auch noch zu einem neuen olympischen Rekord, denn mit seinen 8893 Punkten löschte er die alte Bestmarke des Briten Daley Thompson. Aber Sebrle, dem 29-jährigen Sportsoldaten, waren Rekorde oder Punktezahlen diesmal nicht so wichtig. Er wollte in erster Linie Olympiasieger werden - für sich, seine Familie und sein Land. Das ist ihm voll und ganz gelungen. Daher haben ihn die tschechischen Fans in Athen noch weit bis in die Nacht hinein als ihren neuen Helden gefeiert.

(radio-Prag)


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